Resilienzhäppchen 28 - Der gerissene Kreis
24. Oktober 2026 | von Kerstin PentermannDieses Jahr war schwierig. Es hat mich in Abschnitten zerrissen, abe nicht gebrochen. Menschen sind gegangen, Umstände haben sich geändert und alte Wunden sind durch neue Risse im Alltag wieder aufgebrochen.
Dieses Jahr hat mich verändert.
In gewisser Weise bin ich härter geworden. Gleichzeitig entdecke ich an mir eine Nachsicht und Verbindlichkeit, die ich so bisher noch nicht kannte. Selbst als Resilienztrainerin erstaunt mich das.
Denn Resilienz bedeutet für mich inzwischen noch weniger, „stark“ zu sein und noch mehr, beweglich zu bleiben.
Die Spur wechseln zu können.
Die Perspektive des anderen einzunehmen.
Und dabei die eigene nicht zu verlieren.
Vielleicht machen uns schwierige Zeiten nicht nur empfänglicher für das, was von außen auf uns einwirkt. Sie machen uns manchmal auch kreativ. Mich machen sie kreativ. Weil ich so mit dem umgehen, kann, was unvollkommen ist. Mit dem Riss in meiner Welt. So entstand der Text „Der gerissene Kreis“.
Gemeinsam mit einer befreundeten Goldschmiedin habe ich jetzt darauf aufbauend neben meinen anderen Projekten ein neues Resilienzprojekt angestoßen. Aus meinem Text „Der gerissene Kreis“ entwickeln wir ein Schmuckstück.
Denn was macht man mit einem Riss? Man kann versuchen, ihn zu verstecken.
Man kann ihn nicht unsichtbar machen.
Aber man kann ihn sichtbar machen – und ihm eine neue Bedeutung geben.
Genau darum geht es bei unserem Projekt.
Noch in diesem Jahr möchten wir das Schmuckstück vorstellen. Vielleicht ist es ein passendes Symbol für den Übergang in ein neues Jahr.
Der gerissene Kreis (Auszug):
Wie ein Riss in einer Mauer,
durch den irgendwann Blumen wachsen,
wie ein Sprung in einer Porzellantasse,
der aus ihr eine antike Schönheit macht,
macht der Sprung in deinem Inneren,
dich vollkommener.
(Das Bild wurde mit CANVA mittels KI erstellt).
Herzlichst
Kerstin Pentermann
