Gemütliches Café am linken Platz bei Regen mit Blick aus dem Fenster auf historische Gebäude

Resilienzhäppchen 23 - Mein linker Platz ist frei....

02. Mai 2026 | von Kerstin Pentermann


Auch wenn man Resilienztrainerin ist, kommt man manchmal an die eigenen Grenzen.
Wenn hoher beruflicher Druck auf den Tod eines nahen Freundes trifft, wird aus Alltag schnell Ausnahmezustand. Es ist schwer diese innere Zerrissenheit zwischen „funktionieren wollen“ und emotionaler Belastung in Waage zu bringen. 
Für mich bedeutet Resilienz in solchen Momenten nicht, stark wirken zu müssen. Sondern ehrlich hinzusehen. Trauer zuzulassen. Gespräche zu führen. Gedanken bewusst Raum zu geben.
Vor ein paar Tagen saß ich mit meinem betroffenen Freundeskreis in unserer Stammkneipe zusammen. Wir erzählten alte Geschichten, lachten, erinnerten uns. Der linke Platz neben mir blieb frei.
In diesem Moment wurde mir wieder bewusst: Resilienz bedeutet nicht, dass man nicht innerlich zusammenbrechen darf. Aber man muss Wege finden, sich erneut aufzurichten und das Geschehene zulassen. Um weiterzugehen. Um manchmal auf dem Weg nochmal zurückzublicken und sich die Vergangenheit wieder vor Augen führen. Und nicht zu vergessen.
 

Herzlichst

Kerstin Pentermann