Verschiedene Kräuter im Garten in Töpfen, darunter Rosmarin, Minze und Lavendel, neben einer blauen Schneckenfigur

Resilienzhäppchen 22 - Kräuter für die Seele - Das Unscheinbare ist oft eine stille Kraft

12. April 2026 | von Kerstin Pentermann


Am vergangenen Wochenende habe ich eine Kräuterschnecke bepflanzt und eine kleine Kräuterecke in meinem Garten eingerichtet Jetzt freue ich mich darauf, in den kommenden Monaten immer wieder frische Kräuter ernten zu dürfen.
Wer sich mit Resilienz und Stressmanagement beschäftigt, entdeckt früher oder später auch die stille Kraft der Kräuter. Sie wirken vielfach: als feine Würze in unseren Speisen, als Tee, als Geruch, – und manchmal einfach nur durch ihr Dasein.
Für mich sind Kräuter die Verbindung zu meiner Mitte. Sie zu pflanzen, zu ernten, sie in meinem Garten zu wissen, geben mir Halt und stärkt mich im Alltag. Ihr Duft, wenn ich durch meinen Garten gehe, bringt mich zurück ins Hier und Jetzt.
Jedes Kraut erzählt dabei seine eigene Geschichte:
Die Minze, mein persönlicher Favorit, ist das Kraut der Liebe. In der griechischen Mythologie steht sie für die Nymphe Minta, die Geliebte des Totengottes Hades. Aus Eifersucht verwandelte dessen Ehefrau Persephone sie in eine unscheinbare Pflanze – doch Hades hatte Mitleid schenkte ihr einen unverwechselbaren Duft. Minze steht auch für Neuanfang, für frischen Wind – und lässt sich wunderbar als Tee genießen.
Thymian schenkt mit seiner Wärme und Kraft Unterstützung, gerade in Zeiten, in denen wir körperlich angeschlagen sind, und wirkt antibakteriell. Er wurde in der Antike zu Ehren der Götter verbrannt. Rosmarin, das mediterrane Sonnenkraut, wirkt wie ein stiller Beschützer des Hauses. Oregano bringt Würze ins Leben – und soll gleichzeitig negative Energien fernhalten.
Lavendel schützt nicht nur Pflanzen vor Schnecken und Blattläusen, sondern soll auch den bösen Blick bannen. Und auch die unscheinbareren Kräuter wie Kerbel oder Schnittlauch tragen ihre eigene, leise Kraft in sich, wirken blutreinigend und gegen Stimmungsschwankungen.
All diese Pflanzen sind mehr als nur Zutaten – sie sind Begleiter.
Sie haben keinen spektakulären Auftritt im Garten, wie die Rose.
Vielleicht liegt genau darin ihre besondere Bedeutung: Sie laden uns ein, achtsam für das Unscheinbare zu sein. Beim Pflanzen, beim Pflegen, beim Ernten. Und schließlich beim Zubereiten und Genießen.

Herzlichst

Kerstin Pentermann