Resilienzhäppchen 18 - Der Mensch ist (k)ein Herdentier
21. Februar 2026 | von Kerstin Pentermann
Auch Menschen zeigen Schwarmverhalten oder den so genannten Herdentrieb. Dabei orientieren sie sich am Verhalten anderer Menschen. Sie gehen davon aus, dass das das Richtige ist, ohne groß zu reflektieren.
Herdentrieb und Resilienz stehen oft im krassen Gegensatz zueinander. Während Herdenverhalten oft zu blindem Aktionismus führt, erfordert Resilienz Eigenverantwortung und das Verlassen der Komfortzone.
Wie ich darauf komme? Ein Beispiel ist der politische Aschermittwoch, an dem die Parteien ihre Mitglieder oft mit markigen Sprüchen auf das eigene Programm einschwören. Politik sollte aber nicht vom Herdentrieb bestimmt werden. Einige Parteien fördern diesen Herdentrieb allerdings. Eine lebendige Demokratie lebt aber vom Engagement des Einzelnen – Parolen sind da nicht sonderlich förderlich.
Leider nehme ich den Herdentrieb auch zunehmend in anderen Gruppierungen wahr. Er setzt sich vor allem in Krisensituationen durch und wirkt kontraproduktiv. Er nährt sich von den inneren Antreibern, die uns oft seit unserer Kindheit prägen. Wir wollen „dazu gehören“. Das nutzen Politiker, aber auch Marketingexperten oft, um ihren Erfolg voranzutreiben. Sie „verkaufen“ ihre Botschaften und machten so ihren Profit.
Ich bin immer wieder fasziniert, wie gut das funktioniert. Wie man sich dagegen immunisiert? Leider gibt es keine Impfung, aber es gibt die Möglichkeit innere Stärke zu trainieren. Hinterfragen wir Botschaften und prüfen wir sie auf ihren Wahrheitsgehalt, entpuppen sie sich oft als haltlos. Das heißt nicht, dass wir jeder Person mit Misstrauen begegnen. Aber auch nach einem guten Gespräch kann für uns ein „Nein“, die bessere Entscheidung sein.
Wer das erkennt, braucht kein Herdendenken.
Herzlichst
Kerstin Pentermann
